Der Weg zum Wagen entscheidet über den Preis
Zwei Wohnungen mit derselben Zimmerzahl können unterschiedlich teuer sein, ohne dass ein einziger Karton mehr im Wagen steht. Der Unterschied liegt in dem Stück Weg zwischen Wohnungstür und Ladefläche. Jeder Karton, jedes Regalbrett und jede Matratze legt diese Strecke zweimal zurück, einmal beim Ausräumen und einmal beim Einräumen. Bei fünfzehn Metern fällt das niemandem auf. Bei achtzig Metern über einen Hof mit Gefälle wächst daraus im Lauf eines Vormittags eine zusätzliche Arbeitsstunde je Kraft, und die steht anschließend auf der Rechnung.
Deshalb fragen wir beim Aufmaß zuerst nach der Zufahrt und erst danach nach den Möbeln. Wo darf der Wagen halten, wie breit ist die Toreinfahrt, gibt es eine Stufe, ein Gefälle, eine Kette über der Einfahrt oder einen Pfosten mitten im Weg? Wer uns das vorher zeigt, bekommt ein Angebot, das am Umzugstag noch stimmt. Wer die Einfahrt so beschreibt, wie er sie sich wünscht, bekommt spätestens beim Ausladen eine Rückfrage.
Der Tragweg lässt sich fast immer verkürzen, nur eben nicht am Umzugstag selbst. Ein Gartentor, das ausgehängt wird, eine Wäschespinne, die für einen Vormittag verschwindet, ein Auto, das der Nachbar zwei Häuser weiter abstellt: solche Kleinigkeiten sparen mehr Zeit als jede Absprache über die Reihenfolge der Kartons. Wir sagen beim Aufmaß, welche davon sich in Ihrem Fall lohnt.
Straßendorf heißt Hof, Scheune und Keller
Nudow, Tremsdorf, Fahlhorst und Philippsthal sind Straßendörfer. Die Grundstücke liegen nicht nebeneinander an einer geschlossenen Häuserzeile, sondern hintereinander an einem Anger: vorn das Wohnhaus, dahinter der Hof, ganz hinten Schuppen oder Scheune. Für einen Umzug bedeutet das zwei Dinge auf einmal. Der Wagen steht selten direkt an der Haustür, und zum Haushalt gehört regelmäßig deutlich mehr Fläche, als der Grundriss der Wohnräume vermuten lässt.
Scheune, Stall, Dachboden und Keller sind kein Anhang, sondern eigene Räume mit eigenem Weg. Wir messen sie getrennt auf, weil dort erfahrungsgemäß steht, was am längsten dauert: Werkbank und Gartengeräte, Einweckgläser, alte Fahrräder, Reste vom letzten Umbau. Wer diese Flächen bei der Anfrage weglässt, bekommt ein Angebot für die halbe Arbeit und am Umzugstag eine unangenehme Überraschung.
Philippsthal wurde 1754 als Spinnerdorf angelegt, mit einem Karree in der Mitte und Doppelhäusern ringsum. In Fahlhorst grenzt das Dorf im Osten und Süden unmittelbar an das Stadtgebiet von Ludwigsfelde, während die A 10 südlich vorbeiführt und den Ort seit 1979 vom Nachbardorf Gröben trennt. Solche Zuschnitte entscheiden mit darüber, ob wir vor dem Haus halten oder am Anger und wie weit von dort aus getragen wird.
Das sehen wir uns auf einem Hof zuerst an
- Breite und Höhe der Toreinfahrt, gemessen an der engsten Stelle und nicht am Pfosten
- Tragfähigkeit des Untergrunds zwischen Tor und Haustür
- Platz zum Wenden oder eine Strecke, die sich sicher rückwärts befahren lässt
- Stufen, Schwellen und Gefälle auf dem Weg vom Wagen zur Tür
- Zusätzliche Räume wie Scheune, Stall, Dachboden und Keller mit eigenem Zugang
- Äste und Leitungen über der Einfahrt, die einem hohen Aufbau in die Quere kommen
Nach Regen zählt der Untergrund, nicht die Breite
Die Nuthe fließt mitten durch die Gemeinde, und der Osten liegt zur Niederung hin. Tremsdorf grenzt an das Naturschutzgebiet Nuthe-Nieplitz-Niederung, und schon der Name Fahlhorst bezeichnet eine Erhebung in sumpfigem Gelände. Das ist keine Anekdote, sondern der Grund, warum wir bei einer Hofzufahrt aus Sand, Schotter oder Rasengittersteinen nach dem Wetter der letzten Tage fragen, bevor wir die Fahrzeuggröße festlegen.
Ein voll beladener Möbelwagen bringt mehrere Tonnen auf wenige Achsen. Auf durchweichter Wiese gräbt er sich in Minuten fest, und aus einem Umzugstag wird ein Bergungseinsatz mit tiefen Spuren im Rasen. Wir fahren deshalb im Zweifel nicht bis ans Haus, sondern stellen den Wagen auf festen Grund und legen den Rest zu Fuß zurück, wenn nötig über ausgelegte Bohlen oder Platten.
Das ist keine Absage, sondern eine Planung. Wenn absehbar ist, dass der Boden nicht trägt, entscheiden wir vorher über das Fahrzeug und nicht spontan vor Ort. So bleibt der Termin bestehen, und es ändert sich nur der Weg, den die Kartons nehmen.
Ein großer Wagen oder zwei kleinere Fahrten
Ein Möbelwagen fasst mehr, spart Fahrten und ist je Kubikmeter günstiger. Er braucht aber Höhe, Breite und eine Fläche zum Wenden. Passt er nicht in den Hof, stellt sich die Frage anders: Entweder er hält am Straßenrand und die Ladung wird über den ganzen Hof getragen, oder ein kleinerer Kastenwagen fährt zweimal und steht dafür beide Male dicht an der Tür.
Welche Lösung günstiger ist, lässt sich vorher ausrechnen. Kurze Wege zwischen den beiden Adressen sprechen für zwei Fahrten, weil die Leerfahrt kaum ins Gewicht fällt. Große Mengen und eine weite Strecke sprechen für den großen Wagen, selbst wenn der Tragweg dann länger ausfällt. Bei sehr vollen Häusern arbeiten wir gelegentlich mit zwei Fahrzeugen gleichzeitig, damit die Kolonne nicht auf den Wagen wartet, sondern der Wagen auf die Kolonne.
Rückwärts in eine hundert Meter lange Einfahrt zu setzen ist Routine, solange der Weg fest ist und kein Anhänger im Weg steht. Wo das nicht geht, sagen wir es beim Aufmaß und nicht am Morgen des Umzugs.
Für Adressen in Nuthetal und den Nachbargemeinden stellen wir keine Anfahrt gesondert in Rechnung. Liegt ein Ziel weiter weg, steht die Anfahrt vorab mit Betrag im Angebot.
Wann wir zum kleineren Fahrzeug greifen
- Die Toreinfahrt ist schmaler als drei Meter oder von einem Vordach überbaut
- Der Hof endet ohne Wendemöglichkeit und lässt sich nicht sicher rückwärts befahren
- Der Untergrund ist Wiese, weicher Sand oder frisch verlegtes Pflaster
- Der Weg zur Scheune führt an einem Zaun oder Beet entlang, das stehen bleiben soll
Bergholz-Rehbrücke und Saarmund: der Vorgarten statt der Hof
Im größten Ortsteil sieht die Aufgabe anders aus. Rehbrücke entstand als Wohnsiedlung, nachdem der Bahnhof 1897 eröffnet worden war; Berliner und Potsdamer kauften hier Landhäuser, und viele dieser Villen stehen heute noch. Zwischen Bordstein und Haustür liegt dann kein Hof, sondern ein schmaler Weg, ein Vorgarten mit gewachsener Hecke und drei Stufen bis zur Tür.
Die Häuser aus dieser Zeit haben Treppenhäuser, die für Bewohner gebaut wurden und nicht für Schrankwände: enge Wendungen am Podest, ein Handlauf genau an der falschen Stelle, gelegentlich eine Tür, die den halben Absatz blockiert. Aufzüge gibt es dort in aller Regel nicht. Wir messen bei solchen Häusern deshalb die Treppenbreite und den engsten Punkt am Podest, bevor wir uns den Schrank ansehen.
In Saarmund kommt der gewachsene Ortskern hinzu, mit Kirche, Grundschule und einem eigenen Geschäftszentrum. Zufahrten sind dort oft kurz, aber schmal, und der Wagen steht schnell so, dass er andere behindert. Auch das gehört ins Angebot, weil es die Zeit bestimmt, in der wir ungestört laden können.
Was über den Grundbetrag hinausgeht, steht mit eigener Zahl im Angebot, bevor der Termin bestätigt wird. Fällt am Umzugstag etwas Zusätzliches an, sprechen wir es vorher an.
| Lage vor Ort | Womit wir kommen | Satz nach Zeit |
|---|---|---|
| Hof fest und bis zur Tür befahrbar | Möbelwagen mit zwei Trägern besetzt | ab 48 € je Stunde |
| Einfahrt eng oder Untergrund weich | Kastenwagen über 12 Kubikmeter samt Fahrer | ab 44 € je Stunde |
| Sehr volles Haus, zwei Fahrzeuge gleichzeitig | Zusätzlicher Wagen auf derselben Tour | 24 € je Stunde |
| Wagen steht bereit, es fehlen nur Hände | Einzelne Kraft, kommt ohne eigenen Wagen | ab 25 € je Stunde |
| Alle Beträge sind Bruttobeträge mit Mehrwertsteuer. Was nach dem Aufmaß im Angebot steht, gilt unverändert bis zur Rechnung. | ||